Warndienst-Meldung Nr. 04 vom 18.03.2022

Wintergetreide

Die schlechten Wirkungsgrade im Vorjahr lassen oft Herbizidresistenzen vermuten, Gewissheit bringt aber nur ein Resistenztest. Resistenzen nehmen zu, oft lassen sich ungenügende Wirkungsgrade aber auch auf schlechte Anwendungsbedingungen zurückführen. Achten Sie auf gute Bedingungen: Luftfeuchtigkeit > 60% (Anwendung am frühen Morgen oder späten Abend), Aufwandmenge angepasst (nicht zu stark reduziert), gute Benetzung der Pflanzen (Doppelflachstrahldüsen, Wassermenge angepasst) keine hohen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, keine starken Nachtfröste (bis ca. -3°C können toleriert werden) 

Bei gestressten Beständen, z.B. auch nach dem Anwalzen, sollte noch einige Tage mit einer Behandlung abgewartet werden.

In Wintergerste kann nur mit 1,2 l/ha Axial 50 nachbehandelt werden, ist der Fuchsschwanz allerdings schon weit entwickelt reicht die Wirkung oft nicht aus.

In Winterweizen ist die Auswahl größer: Atlantis flex, Avoxa, Broadway, Niantic, etc. Die stärksten Mittel, sofern keine Resistenzen vorhanden, sind Atlantis flex mit 330 g/ha und Niantic mit 500 g/ha + jeweiligem Zusatzstoff. Eine Zugabe von 30 l/ha AHL oder 10 kg/ha SSA ist möglich und verbessert die Wirkung, allerdings kann die Kulturverträglichkeit bei suboptimalen Bedingungen leiden. 

In Dinkel stehen nur Atlantis flex, Attribut, Axial 50 und Broadway zur Verfügung. Beachten Sie die Sortenverträglichkeit und die reduzierten Aufwandmengen von z.B. max 200 g/ha Atlantis flex oder 60g/ha Attribut.

Die gelegentlich angefragte Zumischung von CTU ist auf drainierten Flächen nicht erlaubt und bei den derzeit abgetrockneten Böden nicht sinnvoll da der Wirkstoff auf ausreichend Feuchtigkeit angewiesen ist. 

Winterraps

Die vorhergesagte Witterung lässt einen stärkeren Zuflug der Rüssler erwarten. Bisher zeigt sich der Zuflug sehr uneinheitlich. Während an vielen Gelbschalen keine oder nur vereinzelte Tiere gefangen werden, wurde an einzelnen Standorten der Bekämpfungsrichtwert für den großen Rapsstängelrüssler (5 Käfer) oder den gefleckten Kohltriebrüssler (15 Käfer) schon überschritten. Hier können nur eigene Gelbschalen sichere Aussagen bringen.

Wenn die Knospen sichtbar und Rapsglanzkäfern ebenfalls zugeflogen sind, sollte Trebon 30 EC eingesetzt werden, ansonsten können noch die bekannten Typ2-Pyrethroide eingesetzt werden. 

Leguminosen

Die Anwendung von Vorauflaufherbiziden in Erbsen und Ackerbohnen sollte möglichst kurz nach der Saat auf gewalzten und feuchten Boden erfolgen. Auf Regen zur Anwendung zu Warten ist bei der aktuellen Vorhersage nicht sehr erfolgversprechend. Mögliche Mittel und Kombinationen finden Sie auf Seite 70 im gelben Heft „Integrierter Pflanzenschutz 2022“.

Bewährt haben sich Bandur, Stomp Aqua+Spectrum oder Spectrum plus. Spectrum plus darf nicht auf drainierten Flächen eingesetzt werden, kann in Erbsen aber auch im Nachauflauf eingesetzt werden.

Auf ökologischen Vorrangflächen oder wenn auf Herbizide verzichtet werden soll kann im Vorauflauf gestriegelt werden. 

Sommergerste

Gegen schwer bekämpfbaren Ackerfuchsschwanz kann die Vorlage von Boxer auf feuchten Boden eine Verbesserung bringen, ist alleinig aber meist nicht ausreichend. Im Gegensatz zu vielen anderen Kulturen ist der Einsatz bei Sommergerste nur im Nachauflauf zulässig. 

Sonstiges

Bis 31.März 2022 müssen für den gesamten Betrieb die Summen des Düngebedarfs für Stickstoff und Phosphat im Jahr gebildet werden. Diese muss dann den im Jahr 2021 ausgebrachten Nährstoffmengen gegenübergestellt werden.

Gez. Lohrer

 

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