Warndienst-Meldung Nr. 06 vom 13.04.2022

Winterraps

Vielerorts sind Frostrisse in den Stängeln zu sehen. Bei der derzeitigen Witterung verkorken die Schadstellen aber recht schnell und Botrytis stellt somit keine Gefahr für den Ertrag dar. Eine Fungizidbehandlung ist demnach nicht notwendig. Lediglich bei sehr starken Frostrissen in Verbindung mit weit entwickelten Pflanzen kann über eine vorgezogene Blütenbehandlung nachgedacht werden. Nutzen Sie hierfür das Prognosemodell unter www.isip.de oder fordern Sie eine individuelle Beratung an. Überwiegend befindet sich der Raps im Knospenstadium, vereinzelt öffnen sich schon die ersten Blüten. Nun gilt es auf den Rapsglanzkäfer zu achten (Bekämpfungsrichtwert 10 Käfer/Haupttrieb). Zum aktuellen Stadium empfiehlt sich der Einsatz von Mavrik Vita / Evure. Mospilan SG / Danjiri darf nicht auf geöffnete Blüten gelangen. Beachten Sie die Änderung der Bienengefährdung bei Tankmischung mit Azolfungiziden. Sobald sich die ersten Blüten öffnen (vermutlich um Ostern) gelangen die Käfer dort an den Pollen und die Gefahr ist gebannt.

Wintergetreide

Derzeit herrschen gute Bedingungen um noch anstehende Herbizidmaßnahmen durchzuführen. Blattkrankheiten sind zwar oft auf den unteren, absterbenden Blättern zu entdecken aber aufgrund der angekündigten trockenen Witterung in der Regel nicht bekämpfungswürdig und nicht ertragsrelevant. Die Notwendigkeit von Wachstumsreglern ist kritisch zu hinterfragen. Ein Verzicht ist z.B. in Winterweizen problemlos möglich bei: standfesten Sorten, wenig bis keine organische Düngung (geringe Nachlieferung aus dem Bodenvorrat), geringe Bestandesdichte (z.B. wegen später Saat). In den IPSplus-Schutzgebieten kann damit die Wahlmaßnahme „Verzicht auf Wachstumsregler in Getreide“ eingehalten werden. Am sinnvollsten ist ein Einsatz in Roggen, langstrohigen Dinkelsorten und Wintergerste. Bei mehrzeiliger Wintergerste sollte die Aufwandmenge etwas höher gewählt werden als bei zweizeiligen Sorten. Achten Sie auf die Zulassungen der Mittel für ihre Kulturen, bei Dinkel ist die Mittelauswahl z.B. sehr stark eingeschränkt.

Grünland

Aktuell ist die Herbstzeitlose wieder gut in Grünlandflächen zu erkennen, zur Bekämpfung hat sich ein Schröpfschnitt über längere Zeiträume bewährt. Der günstigste Zeitpunkt um die Herbstzeitlose zu schwächen, möglichst wenig Ertrag zu verlieren und gleichzeitig wertvolle Gräser und Kräuter zu schonen ist bei ca. 10 – 15 cm Wuchshöhe der Herbstzeitlose. Als Orientierung kann die beginnende Löwenzahnblüte dienen. 

Sonstiges

Versuchsfeldführung mit Schwerpunkt Pflanzenschutz
Mittwoch, 20. April 2022, um 10 Uhr in Gäufelden-Tailfingen

Achten Sie auf eine zeitnahe Dokumentation Ihrer Pflanzenschutzmaßnahmen. Auch bei Durchführung durch einen Lohnunternehmer muss die Dokumentation beim Bewirtschafter vorliegen!

Gez. Lohrer

 

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